Kurzer Reisebericht „Berlin > Dolomiten > Berlin“ mit dem Motorrad

Am Anfang des letzten Jahren kam ein Kumpel und mir beim quatschen der Einfall, dass wir eine gemeinsame Tour machen wollen. Relativ schnell waren wir uns einig was das Ziel angeht: Italien/Dolomiten! Es war ziemlich schnell klar, dass wir diese Strecke mit zwei „BMW F650 GS/Dakar“ fahren werden, da diese sehr zuverlässige und leichte Maschinen sind. Für die geplanten Tage (6 Tage reine Fahrzeit – kein Ruhetag) wurde festgelegt, dass wir im Zelt auf Campingplätzen schlafen werden – denn für zwei Personen inkl. Motorrad und Zelt haben eigentlich alle Campingplätze selbst in den Sommerferien noch Platz! Bei Kosten von 5-16€ pro Nacht (pro Person) mit einer warmen Dusche kann man nicht meckern!

Also Maschinen ein letztes mal kontrolliert und auf nach Beelitz! Dort war an einer Tankstelle der Treffpunkt, da mein Kumpel aus Brandenburg kommt und somit nicht nach Berlin rein fahren muss. Noch schnell vollgetankt und los ging es nach Italien! Unser Weg führte uns immer die B2 entlang, welche in Richtung München führt. Dies war von Vorteil, da wir nur mit Karte fahren – kein Navi oder Handy! Zudem wollten wir keine Autobahn fahren und dennoch entspannt und halbwegs schnell aus Deutschland raus. Der Weg führte uns an Leipzig, Hof, Nürnberg und an München vorbei. Alle zusammen sehr schöne Städte, welche wir allerdings nur beim vorbeifahren gesehen haben. Da wir nur 6 Tage Zeit hatten gabs einen engen Zeitplan!

Die erste Nacht verbrachten wir in „Pottenstein“ in der Fränkischen Schweiz. Da wir an diesem Tag schon gut Kilometer gemacht haben, ging es auch recht schnell schlafen – der nächste Tag wird wieder lang! Pünktlich gegen 5:30 Uhr waren wir wach, damit wir gegen 7 Uhr wieder auf den Motorrädern Richtung Italien sitzen. Dieser Tag führte uns wieder entlang der B2 nach Österreich. Insgesamt war die Landschaft dort schon sehr schön und leicht bergig, aber wir wollten weiter – wir waren immerhin auf der Durchreise. Da es an der Österreichischen Grenze schon recht spät war haben wir uns entschlossen am „Tennsee“ auf einem wirklich sehr schönen Campingplatz rast zu machen, um dann am Folgetag Österreich und Italien zu genießen!

Unsere Entscheidung wurde am nächsten Tag belohnt! Wundervolles Wetter und den ganzen Tag (bis auf Abends) blauer Himmel mit ein paar Wolken. Es ging durch „Innsbruck“ direkt zum alten Brennerpass – wir wollten nicht die Autobahn nehmen, sondern die Einfahrt nach Italien genießen. Aber hier lasse ich erst mal drei Bilder aus Italien sprechen.

Alter Brennerpass

Bergstraße in Italien

Aufbau in den Dolomiten

Es war gut, dass wir die Zelte diesmal etwas früher aufgebaut haben da, wie man auf dem letzten Bild sehen kann, ein Unwetter auf uns zu kam. Etwa 10 Minuten nach dem erfolgreichen Aufbau hat es auch angefangen zu donnern, hageln und regnen.

Wie gewohnt ging es nächsten Tag wieder früh los. Wir wollten die Berge genießen und die Reifen rund fahren! Unser grobes Ziel stand fest: Richtung Salzburg! Da wir keine Strecke geplant haben und wir einfach dahin fahren wo es uns hinführt, sind wir sehr viele Umwege gefahren, aber das ist dank der Landschaft nicht wirklich schlimm. Also hieß es Zelt einpacken und aufsatteln – dies bei allerdings sehr kalten Temperaturen.

Kalter Morgen

Ein paar Kilometer gefahren und einen schön großen Kaffee später ging es die geliebten Serpentinen hoch und runter. Es waren auf jeden Fall zu viele um sie zu zählen! Auch hier denke ich, dass ich lieber Bilder zeige, anstatt die Strecke zu beschreiben. Alles in allem muss ich sagen, dass ich jederzeit wieder hinfahren würde und man die Wirkung der Berge erst erkennt, wenn man davor steht!

Passstraße

Serpentinen

Motorrad inkl. Gepäck

Ab ins Tal!

Und so fuhren wir bis nach Österreich rein. Kurven satt und auf jeder Seite Berge ohne Ende! Später ging es noch durch schöne Berge mit Bächen an den Seiten, aber leider sind die Straßen so gebaut dass man dort nicht anhalten kann – vielleicht das nächste mal. In Österreich angekommen und das Zelt aufgebaut, ging es noch einmal auf eine kleine Runde durch die kleinen Ortschaften. Dies hat sich aber relativ schnell als Endurotour entwickelt, so dass wir versucht haben auf Berge ohne eine feste Straße zu kommen. Leider war dies mit der Straßenbereifung noch so einfach möglich, aber wir haben dennoch etwa 3/4 der Höhe geschafft! Eine wundervolle Aussicht – nicht wahr?

Enduro

Am Folgetag ging es weiter nach Deutschland. Heute lag die kürzeste Etappe vor uns. Von Salzburg (nicht in Salzburg, sondern in der Nähe) zum Königssee. Mit ein paar kleineren Umwegen über Deutsche Alpenstraßen. Die kurze Tour war eigentlich nicht geplant, aber ich war vor einigen Jahren schon einmal dort und schwärme bis heute vom Königssee und der Umgebung. Da mein Kumpel noch nicht da war musste ich Ihn davon überzeugen und planten dies spontan mit ein. Dies ist das schöne wenn man ohne Plan fährt, es zieht uns da hin, wo es uns spontan einfällt.

Dort angekommen wurden wieder die Zelte schon sehr früh aufgebaut und eine Tour ohne Koffer und Gepäckrolle gemacht- eine wundervolle Idee wie sich raus stellte! Das zeigen auch die folgenden Fotos.

Deutsche Alpenstraße

Tierische Begegnung

Erfrischung!

Königssee

Die nächsten zwei Tage ging es mit etwas Zeitdruck zurück durch den Bayerischer Wald nach Tschechien. Da wir dort auf der Ecke waren und wir nicht wieder über Hof fahren wollten hat sich das angeboten! Die östlichen Länder interessieren mich eh sehr stark – ich denke mal  von dort wird es auch irgendwann einen Reisebericht geben. Kurz vor der Grenze haben wir dann wieder Rast gemacht, um dann am letzten Tag einen Schlussspurt hin zu legen.

Es ging von der Grenze nach „Plzeň“ um dann durch das Erzgebirge wieder nach Deutschland zu kommen. Es war eine interessante Erfahrung durch Tschechien zu fahren, aber leider war die Zeit dafür einfach zu kurz! Es steht wie schon gesagt weit oben auf meiner to-Do Liste diese Länder ausgiebig zu bereisen.

Über den Spreewald ging es dann noch Mahlow – dort trennten wir uns dann und ich fuhr nach Berlin hinein. Dies war der einzige blöde Teil der Reise, da man aus den schönen Bergen wieder in die Stadt und dessen Berufsverkehr kam. Das hatte ich definitiv nicht vermisst!

Als letztes möchte ich euch ein Bild der Tour zeigen, damit Ihr den Verlauf besser verfolgen könnt. Es waren in 6 Tagen etwa 2750Km ohne technische Probleme an den Motorrädern – ist man anderes von BMW gewöhnt? Eins ist klar – nach dieser Tour waren die Reifen auf jeden Fall runter gefahren!

Kartenansicht

Für diejenigen die es Interessiert – die Fotos wurden mit einer „Canon EOS 10D“ und dem „Canon EF 20-35mm F=3,5-4,5“ aufgenommen.